Month: May 2007

Kritik | Fragen

• Tischler ist viel zu teuer, Ikea unschlagbar günstig, Wo liegt das Konzept preislich?

• Baumarkt? Wollen die Leute selbstmachen? Eher in “Schöner Wohnen” etwas entdecken, was sie dann genauso auch haben möchten.
ODER: Vielleicht wollen die Leute nicht selbst “gestalten” sondern eher eine größere Auswahlmöglichkeit zwischen fertigen Produktfamilien haben. (H. Kloeckner)

• Mobilität vs. Individualanfertigung, passt nirgendwo anders mehr rein. Neu denken vom deutschen Wohnungskonzept, evtl. Küche und Regale direkt einbauen, gar kein “Möbel” mehr? (H.Staubach)
ODER: Die Entwürfe in diese Richtung der ’70er zeigen, dass das Konzept nicht funktioniert. In Altbauwohnungen der Jahrhundertwende wohnt es sich, trotz völlig anderer Anforderungen heute immernoch besser. Also eher die Zyklusdauer verringern, recyclebare Entwürfe, die nach “Abnutzung” oder Wunsch nach Neuem an den Hersteller zurückgeschickt werden können. (H. Kloeckner)

Parametrische Abfrage

Nur Dinge abfragen, die auch bekannt sind. Also:
• Körpergrösse anstatt gewünschte Tischhöhe
• größter Ordner anstatt Materialdicke (keine Ahnung von Statik)
Möglichst wenige Parameter an einem Objekt.
Unterschied zum Systemmöbel: genaueres Eingehen auf bestimmte Wünsche wie Raummaße, Körpermaße, zu verstauende Gegenstände.

Modulares Grundkonzept mit individualisierungsmöglichkeit (Preis?)

partizipatorische Kategorien

• BASIC: Bauanleitung als PDF, alles aus dem Baumarkt
• CUSTOM: parametrische Eingabe der benötigten Maße, Konstruktion zum Download, Teile aus dem Baumarkt plus Verbindungs-/Konstruktionsteile vom Designer
• DELUXE: parametrische Eingabe der benötigten Maße plus Verbindungs-/Konstruktionsteile und Fertigung durch einen ortsansässigen Betrieb, größtmögliche Materialvielfalt
• PARTICIPATE: Begleitung des Entstehungsprozesses eines DELUXE-Produkts als Erlebnis/Abenteuer

–>Beispiel Ordnungssystem

Wabi-Sabi

DAS WABI-SABI-UNIVERSUM
aus: Koren, Leonard: Wabi-Sabi für Künstler, Architekten und Designer, S. 40, Tübingen: Wasmut Verlag, 1994

METAPHYSISCHE BASIS
• Dinge gehen entweder ins Nichts über oder entwickeln sich aus dem Nichts

GEISTIGE WERTE
• Wahrheit kommt aus der Beobachtung der Natur
• “Größe” findet sich in den unscheinbaren und leicht übersehbaren Details
• Schönheit kann aus Häßlichkeit hervorgelockt werden

GEISTESHALTUNG
• Akzeptieren des Unvermeidlichen
• Anerkennung der kosmischen Ordnung
• Jeder Tag als neue Chance für Veränderung/Erkenntnis

MORALISCHE VORSCHRIFTEN
• Befreie Dich von allem Unnötigen
• Konzentriere Dich auf das Eigentliche und ignoriere die materielle Hierarchie

STOFFLICHE QUALITÄTEN
• Hinweis auf natürlichen Prozess
• Unregelmäßig
• Vertraut
• Bescheiden
• Erdverbunden
• Dunstig-trübe
• Einfach

ÜBER INDIVIDUALITÄT UND LEERE
aus Juniper, Andrew: Wabi Sabi, Edle Einfachheit als höchste Tugend, München: Lotos-Verlag, 2003; Originalausgabe Wabi Sabi Boston: Tuttle Publishing, 2003

“… Persönlichkeit, so bemerkenswert sie auch sein mag, kann sich doch nicht mit der Natur messen. Darum wird der Stempel der Individualität nicht als wichtig angesehen – ja, er wird von vielen entschieden abgelehnt. Fir die wirklich großen individuellen Künstler, die es durch ihre bemühungen geschafft haben, die Grenzen ihrer Individualität zu transzendieren, wird ihre Kunst dann ichlos und kunstlos…” S. 171
“… Dieses Leerlassen verlangt Disziplin, und es ist oft notwendig, sich alles Hinzugefügten zu entledigen, um einer einzigen Ausdrucksform genügend Raum zu geben. Der Gebrauch von Raum ist nicht nur auf den Raum beschränkt, in den man ein Objekt hineinstellt, sondern betrifft auch den Raum innerhalb des Objekts. Es ist nötig, visuellen Raum zur Verfügung zu stellen, damit der nichtmaterielle Aspekt des Werks mit seinem materiellen Gegenpart interagieren und ihn ausbalancieren kann…” S. 183

Diplom, was heißt das für mich? Endlich mal FREI entscheiden, was mich PERSÖNLICH interessiert oder wieder der verzweifelte Versuch, ein vermeintliches Soll zu erfüllen, von dem ich nicht einmal weiß, wie es aussieht? Gut, ersteres.

Also was interessiert mich im Produktbereich?
• KERAMIK (dit wollt ick schon imma)
• Hedonist oder Nihilist. Ich tendiere immer mehr zum WENIGER.
ökologisch unbedenkliches und ästhetisch-funktionales, modulares, multifunktionales, wenig voluminöses und ästhetisch alterndes Design sollte es wohl sein.
ABER WAS???

Desweiteren von Interesse:
• Web | Programmieren mit dem Ziel: INTERAKTION

Theoretisch:
• ZUKUNFTSORIENTIERTE, demokratische Ansätze
• Fragestellungen, die die Ernsthaftigkeit unserer Existenz anschneiden, Gesellschaft + Kultur: Wo entwickeln wir uns hin, was ändert sich langfristig durch Technologisierung und Internet? Was BRAUCHEN wir wirklich? Vorallem in der Zukunft:
Wasser, Raum, Luft, Hygiene, Zeit. BILDUNG+AUFKLÄRUNG – aber eher keine Dinge
• theoretisch fundiertes Arbeiten

Tun SOLLTE ich:
mehr im Modell arbeiten – weg vom Wasserkopf…
kleine Brötchen backen
nicht ständig so ernste Gedanken haben

Die eine Frage, die mir immer durch den Kopf geistert: MUSS ES EIN PRODUKT SEIN? MUSS ES DAS WIRKLICH?

Gestaltungsprinzipien

• designbasierte Entwicklung mit minimaler, eher kosmetischer Einflussnahme des Kunden, Änderung an Farbe, Material –> Status Quo bei Ikea, Nike, Puma, Automobilindustrie.
LANGWEILIG

• “Open Source”-Produkt, das durch reelle Anwendung von den Usern dann online optimiert und weiterentwickelt und perfektioniert werden kann. [OpenSourceCAR]
UNREALISTISCH

• Online Datensatz als Meta-Design, das als Klasse funktioniert und parametrisch veränderbar ist.
SUPER! ABER HOCHKOMPLEX (SPEZIALISTEN?)

• Produkt, das über ein Zufallsprinzip immer in veränderter Form erscheint [Schneeflocke]
ZUFALL IST GEFÄHRLICH, CHAOS IST GUT

• Bauplan downloadbar | Heimwerker-Fans aufgepasst! Evtl. Spezialteile auf Bestellung[Blaupause|V+W] [Machs Dir selber] [RepRap]
DEMOKRATISCH UND SIMPEL

• Interaktives Produkt, passt sich der Umgebung an (Leuchte Designmai-Symposium)
SUPER! TECHNISCH KOMPLEX (Elektronik, Sensoren, Programme…)

• Baukasten: Online-Konfigurator: Eingabe der Maße, Menge, Materialität, etc.
Lotus7, Norm69 [Moormann]
REALISIERBAR UND SINNVOLL

• Objekte mit partizipatorischer Funktion [DROOG DO]
NICE BUT ARTY

Zum Universalienstreit

Wolfgang Stegmüller

Von Belang ist der Gegensatz zwischen dem Konkreten und Nichtkonkreten, nicht jedoch der zwischen dem Allgemeinen und dem Einzelnen.

PLATO war der erste abendländische Philosoph, welcher die Entdeckung machte, daß wir neben den konkreten Dingen der raumzeitlichen Welt ideale Gegenstände annehmen können. Diese Möglichkeit wurde von ihm allerdings sogleich als eine Notwendigkeit ausgelegt: die Existenz der Ideen ist für ihn eine durch philosophische Einsicht zu gewinnende Urtatsache, ohne welche die feststellbaren Ähnlichkeiten und Gleichheiten zwischen den realen Dingen unerklärlich bleiben.

Diese Auslegung einer möglichen Annahme von Ideen als schlechthinnige Tatsache wurde außerdem durch den mit seiner Lehre verwobenen Mythos gestützt, wonach die Ideen das “Ewige”, “wahrhaft Seiende” und somit ein Seiendes von höherer Ordnung darstellten als die sich verändernden, entstehenden und vergehenden Einzeldinge, welche nur ein von den Ideen abgeleitetes schattenhaftes Dasein besitzen. Dieser Mythos ist für uns heute nicht mehr von erkenntnistheoretischem Interesse, obwohl er in historischer Hinsicht einen großen Einfluß auf die metaphysischen Diskussionen der Folgezeit ausübte.

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Die Ikea-Verkaufspsychologie

Silke Fredrich

Ikea hat in Deutschland Kultstatus. Kaum jemand hat noch nicht Fridolin-Bettgestelle oder das Billy-Regal mehr oder weniger gerade zusammengeschraubt. Warum die vier gelben Buchstaben an der riesigen blauen Verkaufshalle jeden Tag tausende Kunden magisch anziehen, kann keiner so genau erklären. Wim Neitzert kennt jedoch die Antwort. Er leitete jahrelang zunächst eine Niederlassung in München und später das gesamte Geschäft in Süddeutschland. „Bei Ikea bleibt nichts dem Zufall überlassen. Der gesamte Markt und alle Produkte sind systematisch aufgebaut“, verrät er im Gespräch mit unserer Redaktion.

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